Was ist manuelle Medizin?

Die manuelle Medizin ist Bestandteil der Schulmedizin und wird bei Funktionsstörungen des Bewegungsapparates angewandt. Sie befasst sich mit der Wiederherstellung der Beweglichkeit von Gelenken, deren Funktion gestört ist. Bei dieser Therapiemethode werden Techniken aus der Chirotherapie sowie der Osteopathie angewandt. Untersuchung und Behandlung verschmelzen in den Händen des Therapeuten zu einer Synergie.

    

Wie wird bei der Manualmedizin therapiert?

Durch schmerzauslösende Reize kommt es im Gelenk zu einem Schutzreflex, der eine Funktionsstörung wie z.B. Rückenschmerzen oder ein Streckdefizit zur Folge hat. Durch unterschiedliche Grifftechniken wie sanfte Mobilisation, Muskelenergietechniken, Dehnungen, Triggerpunkttherapie oder im Bedarfsfall auch einer sogenannten Manipulation werden Impulse gesetzt. Hierdurch werden die verursachenden Schutzreflexe aufgelöst und somit eine verbesserte oder ggf. auch wieder ungestörte Funktion des Gelenkes erzielt.

Bei akuten Schmerzen an der Wirbelsäule reichen oft einmalige oder wenige Behandlungen aus, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Degenerative Veränderungen der Gelenke wie Knie- oder Hüftarthrose oder eine Schultersteife bedarf in der Regel Behandlungen über mehrere Wochen, bis es zu einer stabilen Situation kommt.

Warum werde ich an Stellen behandelt, an denen ich keine Schmerzen habe?

Oft handelt es sich bei Schmerzen im Bewegungsapparat um sogenannte Verkettungen. Diese setzen genaue Kenntnisse der Zusammenhänge von z.B. Rücken- und Hüftschmerzen mit Bewegungseinschränkungen im Becken, Folgen von Fußfehlstellungen auf den gesamten Bewegungsapparat oder den Einfluss von Störungen der Halswirbelsäule auf das Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer voraus. Aus diesem Grund wird bei der Erstordination eine ausführliche körperliche Untersuchung durchgeführt, um nicht nur Symptome sondern auch Problemursachen zu erkennen.

Welche Techniken kommen zur Anwendung?

Bei der manualmedizinischen Behandlung werden durch unterschiedliche Techniken nicht nur reversible funktionelle Bewegungsstörungen am Gelenk („Blockierung“) adressiert, sondern auch strukturelle Veränderungen des umliegenden Gewebes (Gelenkkapsel, Sehnen, Faszien, Muskulatur). Häufig findet sich als Ursache für Muskel- oder Faszienschmerzen eine gestörte Gelenkfunktion. Hieraus wird verständlich, warum ein rein muskulärer Therapieansatz meist nicht zu einer dauerhaften Veränderung der Beschwerden führen kann.

Heute weiß man, dass sowohl mobilisierende als auch manipulierende Techniken direkte positive Einflüsse auf die Schmerzverarbeitung haben. Da auch die Wirkmechanismen anderer therapeutischer Ansätze wie Akupunktur, Magnetfeldtherapie, Muskelenergietechniken, Counterstrain, Massage, Infiltration und Triggerpunkttherapie bekannt sind, lassen sich diese verfahren sinnvoll miteinander kombinieren.

 

Atlastherapie nach Arlen

Ergänzend zur Manualtherapie biete ich Atlastherapie nach Arlen an. Hierbei wird der Atlas selbst nicht behandelt, sondern das umgebende Rezeptorfeld der Nackenmuskulatur. Dieses hat direkte Verbindungen zu bestimmten Hirnzentren, die die Raumorientierung, Fein- und Grobmotorik sowie die Muskelsteuerung für Haltung und Bewegung koordinieren. Durch einen dosierten Impuls auf den Seitenforsatz des 1. Halswirbels wird eine fehlerhafte Informationsverarbeitung, die die Ursache für Bewegungsstörungen oder Schmerzzustände sein können, korrigiert um den krankhaften Zustand zu verbessern oder zu beheben.

Nach Bestimmung der Impulsrichtung wird dieser mittels der Mittelfingerkuppe mit genau dosierter Kraft durchgeführt. Im Gegensatz zur Chiropraktik wird nicht geknackt oder eingerenkt – da der Impuls in der Neutralstellung ohne Drehung oder Neigung des Kopfes erfolgt gibt es keine behandlungstypischen Risiken.

Indikationen:

  • Kiefergelenkbeschwerden/CMD
  • Kopfschmerzen
  • Tinnitus
  • Rückenschmerzen und HWS-/BWS-/LWS-Syndrom
  • Eingeklemmte Nerven
  • Arthrose und Knorpelschäden
  • Bewegungsstörungen in den Gelenken
  • Hüft- und Knieschmerzen
  • Fersen-/Fußschmerz
  • Schulterschmerzen, Frozen Shoulder oder Schultersteife
  • Achillessehnenbeschwerden
  • Tennis-/Golfarm
  • Bewegungseinschränkungen nach Operationen oder Ruhigstellungen
  • Fibromyalgie
  • Schwindel